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Chronik


Chronik

Die Wiege stand in Groin

Am Anfang war die Luft raus: Es war noch vor der Währungsreform, als einigen jungen Groinern beim sonntäglichen Fußballspiel der Ball kaputtging. Einem der pfiffigen Burschen ging aber ein Licht auf. Da die Lederkugel nicht repariert werden konnte, zog er ein Tischtennisspiel hervor. Zunächst musste ein großer Küchentisch im Haus des Groiner Schusters Peters für den flinken Ballsport herhalten. Es versteht sich von selbst, dass der Ball dabei in der Bratpfanne landete, doch auf Dauer konnte man natürlich nicht zwischen Kochtopfen und Essgeschirr spielen. Daher stellten Franz Peters, Clemens Ferdenhert und "Pit" Berentsen ihr Taschengeld, 15 Mark von ihrem "Kopfgeld", zur Verfügung und ließen dafür einen geeigneten Tisch anfertigen. Die genauen Maße bekamen sie in Isselburg, wo bereits aktiv gespielt wurde. Clemens Ferdenhert bat Meister Cees Postulart, künftig im Mannschaftsraum der Ziegelei Tischtennis spielen zu dürfen. Die Gebrüder Schaffeld aus Isselburg, die zum Training in das neue Domizil der Groiner Sportler eingeladen wurden gaben wertvolle Tipps, und so trainierten die "Gründerväter" des heutigen TTV Rees-Groin mehrmals wöchentlich bis in die tiefe Nacht hinein - schließlich gingen die anfallenden Stromkosten ja auf die Rechnung der Ziegelei. In diesem Mannschaftsraum trugen die Groiner auch ihr erstes Freundschaftsspiel gegen eine Millinger Mannschaft aus.

Ein Verein entsteht

Nach weiteren Freundschaftsspielen gegen Mannschaften aus der Umgebung entwickelte sich zunehmend aus dem spielerischen Spaß eine ernst betriebene Sportart in festen Vereinsstrukturen. So wurde 1949 der TTV Groin aus der Taufe gehoben der sich dem Tischtenniskreis Wesel anschloss. Die Spieler wählten Clemens Ferdenhert zu ihrem l. Vorsitzenden und Franz Peters zum Geschäftsfü;hrer. Um kü;nftig auch die Meisterschaftsspiele austragen zu können, war ein Umzug in die Empeler Gaststätte Tepferd notwendig. Für ihr erstes Meisterschaftsspiel mussten die Groiner allerdings nach Hamminkeln fahren. Dort traten die sechs Herren (s. Bild unten) an, die als Vereinsgründer gelten hinten Franz Peters, Clemens Ferdenhert, Alfons Jansen, Johannes Wennekers sowie vorne Johann Postulart und Bernhard Berentsen. Bei ihrem ersten Heimspiel gegen die Rudergesellschaft Wesel fielen die nervösen Neulinge aus Groin dadurch auf, dass sie ihre Gegner kurzerhand nicht begrü;ßten - sie kannten diese traditionelle Höflichkeitsgeste schlicht und einfach noch nicht.


Erste Groiner Mannschaft, unmittelbar vor ihrem ersten Meisterschaftsspiel in Hamminkeln

Der schwere Anfang

Inzwischen besaß der TTV Groin einen zweiten Tisch, der natürlich professionell in einer Fabrik hergestellt worden war. Vor jedem Meisterschaftsspiel, zu dem die Groiner stets mit dem Fahrrad fuhren, besuchten sie den Sonntagsgottesdienst in ihrer Kirche. Trotz aller Gebete stand der Verein aber dennoch bald kurz vor seiner Pleite. In seiner Not wagte der Vorstand 1950 das Risiko, bei Tepferd in Empel ein größeres Turnier auszurichten. Die nötigen Tische wurden bei befreundeten Vereinen ausgeliehen und mit einem holprigen Traktor nach Empel geschafft. Als das Turnier erfolgreich über die Bühne gegangen war, wurde im Rahmen der Siegerehrung eine Torte amerikanisch versteigert. Der finanzielle und ideelle Erfolg des Turniers, das lange Zeit seinen festen Platz in der Turnierserie nach Beendigung der Meisterschaftsspiele behielt, war groß genug, um den Fortbestand des Vereins zu sichern. Die frühen 50er Jahre 1951 sah man sich gezwungen, das Spiellokal zu wechseln, da der Spielbetrieb mit vier Mannschaften in Empel nicht mehr zu bewältigen war. Als neue "Kampfstätte" wurde die Reeser Gaststätte van den Hövel auserkoren. Mit der Wirtin "Dina" van den Hövel gewann man eine echte Vereinsmutter. Vielen älteren Sportkameraden ist der Saal mit seinem alten Ofen noch heute in bester Erinnerung. Bei Meisterschaftsspielen herrschte hier stets eine Bombenstimmung, weil die treuen Zuschauer in großer Zahl erschienen. Durch den Umzug nach Rees erhielt der Verein erwartungsgemäß starken Zuwachs im Jugendbereich. Unter der Führung von Franz Peters, der später von Johannes Wennekers abgelöst wurde, strebte der Verein auf der Erfolgsleiter nach oben. So wurden die Bezirksmeisterschaften ausgerichtet, und 1953 konnte der Aufstieg in die Bezirksklasse gefeiert werden. Die Freude war allerdings nur von kurzer Dauer, da die Mannschaft gleich wieder abstieg. In diesen frühen 50er Jahren war der Spaß riesengroß. War man zu Anfang noch ein wenig steif gewesen - schließlich war das "Du" unter den Herren erst 1951 eingeführt worden-, so galten die Reeser Recken bald im gesamten Kreis als sympathische und trinkfeste Truppe. Auch die Damen traten bald mit einer Mannschaft auf den Plan. Man trat sehr förmlich unter der Regie des Vorsitzenden Johannes Wennekers an, wie das Bild unten zeigt. Neben Wennekers sieht man von rechts Gisela Opsölder, Elly Schaffeld, Hanni van Brück, Maria Kleen, Irmgard Göres und Anneliese Kapelle.


Die erste Damenmannschaft des TTV Groin

Nicht selten wurden nach Meisterschaftsspielen sofort packende Revanchekämpfe ausgetragen, und auch Freundschaftsspiele gegen andere Teams waren eine feste Einrichtung. Eine Mannschaft aus Duisburg machte sogar während ihres Fahrradausflugs Richtung Holland in Rees Station und forderte die TTVer zu einem Spiel heraus. Um für derartige überraschungsangriffe jederzeit gerüstet zu sein, fand das Training bald an jedem Abend statt. Wer den strengen Trainingsplan missachtete, musste sein Fernbleiben durch eine Einzahlung in die Vereinskasse wieder gutmachen. Für die Fahrten zu allen Auswärtsspielen standen den Aktiven jetzt Motorräder zur Verfügung, während die Spieler der Bezirksklasse sogar mit "Hübers Brotwägelchen" über die Landstraßen düsen durften. In jenen Tagen, als Johannes Wennekers noch l. Vorsitzender war, wurden die verschiedenen Vorstandsposten häufig neu besetzt.

Die ära Kapelle

Am 18. Mai 1957 übernahm Hermann Kapelle als l. Vorsitzender die Geschicke des Vereins. Einige Jahre zuvor hatte er bei einem Turnier seine heutige Frau Anneliese, die Schwester des damaligen Groiner Spitzenspielers Bemi Opsölder, kennen gelernt. Kapelle selbst spielte damals bei Rheingold Emmerich. Als die Reeser 1956 erneut in die Bezirksklasse aufstiegen, konnten sie Hermann Kapelle als Neuzugang melden, wodurch die Mannschaft erheblich an Schlagkraft gewann. 1959 mussten die Groiner allerdings wieder einen Abstieg hinnehmen, da nun Vater Staat die Treffsicherheit der jüngeren Spieler für sich beanspruchte und den Nachwuchs des TTV zur Bundeswehr einzog. Den Spaß ließen sich die Aktiven dadurch aber nicht verderben. Immerhin galt es, das 10-jährige Bestehen des Vereins gebührend zu feiern. Die l. Herrenmannschaft ließ sich zu diesem Anlass Schnurrbärte wachsen und trennte sich während des großen Geburtstagsfestes von der Haarpracht. Ein weiterer gesellschaftlicher Höhepunkt aus dieser Zeit war ein Sängerwettstreit, den der Reeser "Ostfriese" Sigmar Kleen und "Tippel" Köhnen, der spätere Stadionsprecher vom l. FC Bocholt, im Anschluss an die Siegerehrung eines Turniers austrugen. Dieser zweifelhafte Ohrenschmaus war aber keineswegs der Grund dafür, dass die Familie Kapelle 1961 von Rees nach Emmerich zog. Anneliese veränderte sich zu WRW Kleve, während Hermann wieder in Emmerich spielte. In den folgenden Jahren nahm Johannes Wennekers wieder das Ruder in die Hand. Doch 1964, rechtzeitig zum 15-jährigen Bestehen des Vereins, kehrte Hermann Kapelle nach Rees zurück und leitete den Verein weitere zwölf Jahre. 1965 wurde der Vereinsname in TTV Rees-Groin geändert, da man sich die finanzielle Unterstützung aus dem Stadtsäckel sichern wollte.


Das Bild zeigt die verjüngte 1. Herrenmannschaft nach ihrem erneutem Aufstieg in die Bezirksklasse

1966, als die Damenmannschaft ihren umjubelten Aufstieg in die Bezirksklasse schaffte, wurde der Vorstand umbesetzt und Alfred Scholten zum Kassenwart gewählt. Dieses Amt hat er noch heute inne. In der Turnhalle der Volksschule, dem neuen Heim des TTV Rees-Groin, kämpfte die l. Herrenmannschaft mehrere Jahre lang vergeblich um den erneuten Aufstieg in die Bezirksklasse. Die Damen waren hingegen erfolgreicher und stiegen bereits 1967 in die Landesliga auf. Entscheidenden Anteil daran hatte Anneliese Kapelle, die nach ihrer Oberliga-Zeit bei WRW Kleve zurückkehrte und nun die Reeser Damen unterstützte. Das Spiellokal wurde 1969 erneut verlegt, diesmal in die Turnhalle der Realschule am Westring. Hier schaffte die stark verjüngte l. Herrenmannschaft sofort den Aufstieg in die Bezirksklasse und schaffte es endlich auf der Erfolgsleiter wieder ein Stück nach oben. Die erfolgreiche Mannschaft zeigt das Bild oben: Manfred Dicker, Sigmar Kleen, Helmut Joosten, Manfred Fieker, dahinter Norbert Furtkamp und ganz rechts Hermann Kapelle.

Die frühen 70er Jahre

Fortan ließen die starken Jugendmannschaften den Verein für die Zukunft hoffen, und auch die Schülerinnen Gabi Kapelle und Viola Klein sorgten mit ihren Erfolgen auf westdeutscher Ebene für Aufsehen. Mit ihnen stiegen die Damen 1973 auch wieder in die Landesliga auf, nachdem die Mannschaft ein Jahr zuvor zurückgezogen werden musste. Gabi sollte sich später drei Mal für die Deutschen Jugendmeisterschaften qualifizieren. Es war der bis dahin größte Einzelerfolg eines Vereinsmitglieds. Höhepunkte des gesellschaftlichen Lebens im Verein waren der Altweiber-Ball und vor allem die jährlichen Mühlenfeste in Alfred Scholtens Mühle, die heute wieder restauriert und der öffentlichkeit zugänglich ist. Es waren rauschende Feste für Jung und Alt, viele erinnern sich sicher gerne daran. Der TTV pflegte Anfang der 70er Jahre auch Kontakte zu anderen Vereinen. Es gab Feste mit dem Friedrichsstädter TV, deren Damen die Wege der TTV-Damen in der Meisterschaft gekreuzt hatten, sowohl in Rees als auch in Düsseldorf. Es gab Treffen mit dem TTC Brauweiler, dem Verein des heutigen WTTV-Vorsitzenden Bruno Dünchheim, und später mit TuS Meinerzhagen, dem der ehemalige Reeser Spitzenspieler Norbert Furtkamp nach seinem Weggang vom Niedetrhein angehörte. 1974 feierte der TTV in großem Rahmen sein 25-jähriges Bestehen. Aus allen Bereichen waren Gäste erschienen, darunter auch Pastor Dyckmans, der nach seinen Grußworten die Umschläge verwechselte und statt einer Spende die eigene Einladung überreichte. Anlässlich dieses Festes ehrten der damals noch lebende Johannes Wennekers und Hermann Kapelle den zu Beginn dieser Chronik erwähnten Cees Postulartf. Das Bild rechts oben zeigt links den Großvater des heutigen Vereinsvorsitzenden Werner Franken. Auch Sportkameraden aus anderen Vereinen wurden geehrt, wie das Bild unten zeigt. Paul Hebing (SuS Isselburg), Egon Hoppmannf, ehemaliger Abteilungsvorsitzender des Weseler TV, Clemens van Ess (VfL Rhede), der noch heute aktiv ist, und der in diesem Jahr verstorbene langjährige Sportwart des TT-Kreises Wesel, Gerd Tepass, freuen sich über ihre Ehrungen.

Eine neue Generation

Am 6. Mai 1976 trat Hermann Kapelle, der sich sehr große Verdienste um den Verein erworben hatte und später zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde, von seinem 'Amt als l. Vorsitzender zurück. An seine Stelle trat Helmut Joosten, der zuvor bereits zwei Jahre 2. Vorsitzender gewesen war und sich mit Norbert Heidemann um die Jugendarbeit gekümmert hatte. Seine Vorstandskollegen waren in dieser Zeit Norbert Heidemann, Alfred Scholten, Manfred Dicker, Werner Franken, Hildegard Heisterkamp, Alfred van Bemum und Hans-Bernd Rücker. Unter der Regie von Helmut Joosten wurde das Jugendtraining noch weiter verstärkt, um den Nachwuchs für die aufstrebenden Seniorenmannschaften zu fördern. Ebenfalls übertrug Helmut Joosten seine Reiselust auf den Verein und organisierte mehrere Fahrten, z. B. nach Paris, Brügge und Hamburg. Zum 30-jährigen Jubiläum 1979 verpasste zwar die l. Herrenmannschaft den schon fast sicheren Aufstieg zur Landesliga, aber man war Ausrichter der Bezirksmeisterschaften und hatte mit einer großen Feier und einer Festschrift den nötigen Rahmen für alle Mitglieder und Freunde des Vereins geschaffen. 1980, im Jahr der Spielklassenneuordnung im WTTV und des Umzugs in die Turnhalle der Anne-Frank-Schule, gelang der l. Herrenmannschaft der Aufstieg in die Verbandsliga. Im selben Jahr sicherte sich Frank Kapelle den Titel des Westdeutschen Einzelmeisters der Jungen. Zudem wurde er 1981 deutscher Vizemeister im Jungendoppel. Frank Kapelle, den es längst über etliche Zwischenstationen nach Süddeutschland verschlagen hat, pflegt aber weiterhin seine Kontakte zum Verein, vor allem zu seinem damaligen Betreuer Helmut Joosten, dem er nach wie vor freundschaftlich verbunden ist.


Das Bild zeigt Ehrungen anlässlich des 25 Jährigen Jubiläums (v.l.n.r. Cees Postulart, Johannes Wennekers, Hermann Kapelle)

Die erfolgreichen 80er Jahre

Mit dem Namen Frank Kapelle sind auch auch die größten Mannschaftserfolge dieser Zeit in Verbindung zu bringen. Schon 1977 war er mit der Schülermannschaft Westdeutscher Vizemeister geworden. Nur ein paar Bälle fehlten zum ganz großen Erfolg. Den größten Mannschaftserfolg für den Verein erzielten 1982 Frank Kapelle, Frank Keim, der von GW Wesel-Flüren gekommen war, Peter Gundlach, Josef Franken, Helmut Joosten und Herbert Kalbertodt mit dem Aufstieg in die Oberliga. Diese Mannschaft hat die höchste Sprosse auf der Erfolgsleiter des Vereins erklommen. Ein Jahr später, nachdem der Aufstieg in die 2. Bundesliga nur knapp verpasst worden war, verließen die beiden Spitzenspieler aus sportlichen Gründen den Verein, wodurch der Klassenerhalt nicht mehr möglich war. 1982 organisierte der TTV erstmals eine richtige Großveranstaltung. Die Durchführung der Deutschen Jugendmeisterschaften wurde von allen Seiten in den höchsten Tönen gelobt. Im dts, dem Fachorgan des deutschen Tischtennis-Sports, wurde die Frage gestellt, ob überhaupt eine bessere Durchführung möglich sei. Prominente gaben sich in Rees die Klinke in die Hand. So waren damals die damaligen Bundestrainer Klaus Schmittinger und Jochen Leiß sowie das deutsche Tischtennis-Idol Eberhard Schöler zu Gast. Nach dem Abstieg der l. und 2. Herrenmannschaft im Jahre 1984 übernahm Norbert Heidemann den Vorsitz bis 1988. Durch seine Initiative bildete sich eine junge Redaktion unter der Leitung von Stefan Scholten, die die erste Auflage der TT-BOX im September 1986 herausbrachte. Diese Vereinszeitschrift erscheint bis heute einmal im Jahr und informiert umfangreich über das Geschehen im Verein. Die Jugendarbeit wurde bereits ab 1986 durch Helmut Joosten wieder intensiviert. Als er 1988 auch wieder das Ruder beim TTV übernahm, wurde die Betreuung der Jugendspieler und die zielstrebige Nachwuchsförderung als oberstes Ziel gesetzt. Anders als die l. Herrenmannschaft, deren Talfahrt zunächst in der Landesliga endete, präsentierte sich in den folgenden Jahren der Jugendbereich bei Kreis- und Bezirksmeisterschaften als ausgesprochen erfolgreich. Eine Erkenntnis zeigt sich immer wieder: Wenn intensiv gearbeitet wird, ist Erfolg möglich.

Die 90er Jahre

1989 entlastete Stefan Scholten den Vorsitzenden und Jugendwart Helmut Joosten, indem er den Jugendbereich übernahm. Der Jungenmannschaft gelang mit Marcel Dahmen, Marc Beckedahl, Marco Diederichs und Christian Schwinning ein Durchmarsch von der Kreisliga 1991 über die Bezirksliga 1992 bis in die Verbandsliga 1993. Stephanie Pickmann und Stefan Scholten trieben die Jugendarbeit mit Engagement voran. Dank der vielen Aktivitäten im Jugendbereich verzeichnete der Verein einen enormen Zulauf und konnte als Höhepunkt in der Saison 98/99 15 Mannschaften in den Spielbetrieb schicken. Marcel Dahmen, jetziger Spieler der l. Herrenmannschaft, qualifizierte sich 1993 für die Westdeutschen Meisterschaften bei den Schülern. In der Verbandsliga der Jungen konnten in den folgenden Jahren immer wieder neue Jugendspieler ihr Talent unter Beweis stellen. Als dann 1994 noch die 2. Jungenmannschaft und die Schülermannschaft in die Bezirksliga aufstiegen, zeichnete neben dem Kreis auch der Bezirk den TTV für seine erfolgreiche Jugendarbeit mit einem Pokal aus. Nachdem es 1987 beim Bundesranglistenturnier für Jugend und Schüler bereits wieder großes Lob für die Durchrührung gegeben hatte, war auch die Organisation der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften für Schüler 1993 ein voller Erfolg. überraschend trat Helmut Joosten aus privaten Gründen 1995 als l. Vorsitzender zurück und wurde von Werner Franken abgelöst, der bereits vorher in verschiedenen ämtern für den Verein tätig war. Ihn unterstützen insbesondere Stefan Scholten als 2. Vorsitzender und Jugendwart sowie Stephanie Pickmann, Josef Franken, Manfred Dicker und Alfred Scholten bei der Vorstandsarbeit. Unter der neuen Leitung wurden nach dem Abstieg der l. Herrenmannschaft in die Bezirksliga insgesamt neun junge Spieler in den Seniorenbereich integriert. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten im ersten Jahr konnte man 1996/97 auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Mit dem verjüngten Team schafften die Herren die Rückkehr in die Landesliga, während das neue Jungenteam gleich als Meister in die Verbandsliga zurückkehrte. Gekrönt wurden die Erfolge durch die Ruhrpokalsiege der Jungen und Schüler sowie durch die Endspielteilnahme der Herren beim Ruhrpokal. Außerdem wurde der Verein zum vierten Mal in sechs Jahren im Kreis für die erfolgreiche Jugendarbeit ausgezeichnet, auch eine Anerkennung für die engagierte Arbeit von Stefan Scholten. In der Saison 1997/98 lief es noch besser. Mit dem Klassenerhalt der l. Herren- und l. Damenmannschaft, den Aufstiegen der weiteren drei Herrenteams und der 2. Damenmannschaft sowie der Vizemeisterschaft der Jungen in der Verbandsliga blickte der TTV auf ein höchst erfolgreiches Jahr zurück. Einen großen Anteil an der positiven Entwicklung hat sicherlich auch der eingerichtete Vereinsraum in der Turnhalle der Anne-Frank-Schule, der für einen neuen Schub an Geselligkeit und Zusammenhalt gesorgt hat.

Das Jubiläumsjahr

Das Jubiläumsjahr 1999 endete im Herrenbereich weniger erfolgreich. Die erste und zweite Herrenmannschaft stiegen ab. Die Erste spielte nun nicht mehr auf Verbandsebene, sondern in der Bezirksliga. Die Zweite fand sich nun in der Kreisliga wieder. Dafür entschädigte sowohl die erste Damenmannschaft mit dem Aufstieg in die Landesliga (Stephanie Pickmann, Jana Westerhoff, Silke Notthoff, Renate Sterneborg), als auch wie so oft in den vergangenen Jahren, der Nachwuchsbereich.

Die Jungenmannschaft mit Harald Skomroch, Jörn Franken, Simon Becker und Christian Schepers wurde erst Westdeutscher Meister, qualifizierte sich damit für die Deutschen Meisterschaften in Quickborn, wo sie dann mit einen hervorragenden 4. Platz das Treppchen knapp verfehlte.


Die erfolgreiche 1. Jungenmannschaft, Harald Skomroch, Christian Schepers, Simon Becker und Jörn Franken (von rechts nach links)

Die Jubiläumsveranstaltungen waren vielfältig. So richtete der TTV im Januar 1999 mit den Westdeutschen Schülermeisterschaften eine weitere Großveranstaltung aus, für die sich mit den TTV-Talenten Jörn Franken und Simon Becker sogar zwei Spieler aus den eigenen Reihen des Vereins qualifiziert hatten. Die Jugendabteilung nahm mit einem Wagen und einer Fußgruppe am Karnevalsumzug in Rees teil.


Kapitän Blaubär, Heinblöd und die TTV-Matrosen unterwegs im Karneval

Im März trafen sich die älteren Semester des TTV zu einem Frühschoppen in der Gaststätte Arentsen. Hier konnte man auch die "Oldies“ der befreundeten Vereine begrüßen. In den Gesprächen wurde so einiges aus der "guten alten Zeit“ erzählt. " Mensch, weißt du noch, damals als wir.....“

Im Mai wurde eine Reise nach Prag veranstaltet und im Juni fand eine Jubiläums-Fahrradrallye statt. Diese führte zu Orten, wie der ehemaligen Ziegelei in Groin oder der Gaststätte Kreyenbrink in Empel, die für die Geschichte des Vereins von Bedeutung sind. Sie endete mit einem Sommerfest, fast in der Wiege des TTV, nämlich bei der Familie Franken in Groin.

Zur großen Geburtstagsparty fanden sich schließlich am 21. August 1999 viele aktive, passive und ehemalige Mitglieder des Vereins im Saal der Gaststätte Arentsen ein. Unter den vielen Gästen waren unter anderem der damalige 1. Vorsitzende des WTTV, Bruno Dünchheim, der einige Anekdoten des "frühen TTV“ zum Besten gab, der Vorsitzende des Bezirkes Ruhr, Bernd Knaup, der Kreisvorsitzende Jörg Pithan sowie Vereinsvertreter der befreundeten Vereine. Auch die lokalen Politiker ließen es sich nicht nehmen, dem TTV zu gratulieren. Der leider inzwischen verstorbene damalige Bürgermeister Wilhelm Buckermann sprach zwar ständig vom TTC Rees, doch jeder wußte ja, wer gemeint war. Mit gutem Essen und reichlich Getränken ging die Feier bis in die frühen Morgenstunden!

Auch mit über 50 geht es noch weiter

Die erfolgreichen Jungen wurden in die Herrenmannschaften eingebaut. Die "Erste“ schaffte mit Simon und Jörn den sofortigen Wiederaufstieg in die Landesliga. Erfreulich war vor allem, dass Stefan Tenbrink freiwillig für Simon Becker seinen Platz in der Ersten zur Verfügung stellte. Im folgenden Jahr kam Christian Schepers im neuen Landesligateam für Achim Sammet, der nach Isselburg zurückkehrte, zum Einsatz. Bis heute konnte sich das Team um die Routiniers Josef Franken und Peter Gundlach in jedem Jahr im oberen Drittel der Tabelle der Landesliga platzieren. Die zweite Herren schaffte sogar den Durchmarsch über die Bezirksklasse bis in die Bezirksliga, wo sie sich zwei Jahre halten konnte.

Im Jahr 2000 wurde Jörn Franken mit seinem Partner Christoph Waltemode Westdeutscher Meister im Schülerdoppel. In der Spielzeit 2001/2002 musste die Damenmannschaft den Abstieg in die Bezirksliga hinnehmen.

Auf Anregung von Jörn Franken und mit tatkräftiger Unterstützung von Felix Göcking ist der TTV seit 2002 mit einer Home-Page im Internet vertreten. Die Home-Page löste sozusagen die TT-Box als Informationsmedium ab. Heute wird die Seite federführend von Felix Göcking bearbeitet und von Stefan Scholten und Stephanie Pickmann gepflegt.

Im Jahre 2003 wurde der langjährige 1.Vorsitzende des TTV, Helmut Joosten, als Nachfolger von Bruno Dünchheim, zum Vorsitzenden des Westdeutschen Tischtennis Verbandes gewählt.

Zur Saison 2003/04 verließ Jörn Franken den TTV, um sich neuen sportlichen Herausforderungen zu stellen. Ingo Schraven vervollständigte die erste Mannschaft von diesem Zeitpunkt an, die sich in der Landesliga bis heute gut behauptet.

Dafür bekam der TTV 2003 zwei neue Spieler in seine Reihen, von denen einer in den letzten Wochen immer mehr für Schlagzeilen sorgt. Mit Andre Weidemann und Uwe Hakken schlossen sich zwei Rollstuhlsportler den Reesern an, da ihr eigenes Team in Buchholz, dass ausschließlich mit Rollifahrern besetzt war, den Spielbetrieb nicht mehr aufrecht erhalten konnte. Andre Weidemann ist beim TTV schon jetzt kaum noch zu ersetzen. Er organisiert die vierte Herren, zeigt sich mit Christian Schepers und Rene Hakken engagiert in der Jugendbetreuung und hat nach seinen Deutschen Vizemeisterschaften im Einzel 2004 und 2005 die Europameisterschaften vor Augen und das Fernziel Paralympics 2008 in Peking im Visier.

Im Spieljahr 2003/04 qualifizierten sich vier Herren für die Endrunde der Westdeutschen ü-40 Mannschaftsmeisterschaften. Josef und Werner Franken, Peter Gundlach sowie Stefan Tenbrink gewannen bei dieser Endrunde zwar ein Spiel, mussten aber feststellen, dass es doch noch weit bessere "ältere" Spieler gibt, als beim TTV. Aber wie heißt es so schön: "Dabei sein ist alles".

Nach wie vor macht der TTV durch seine überzeugende Jugendarbeit von sich reden. Hier leistet die Gruppe um Stefan Scholten einiges! Nach dem Rückzug der Jungenmannschaft aus der Verbandsliga 1999 dauerte es erwartungsgemäß einige Zeit, um einen Neuaufbau mit jungen Spielern zu betreiben. Doch mit den Aufstiegen der Schüler in die Bezirksliga 2001, der Mädchen 2002 und der Jungen 2003 wurden aus mehr als fünfzig Jugendlichen immer neue Talente entdeckt und in den über zehn Jugendteams gezielt gefördert. Neben den Mannschaftswettbewerben wie Ruhrpokal und 3er-Pokal konnten sich jährlich viele Spielerinnen und Spieler in die Endranglisten auf Kreis- und Bezirksebene eintragen. Julia Berendonk, Samuel Preuß, Carsten Franken, Sascha und Annika Bußhoff erreichten sogar die Ranglistenspiele des WTTV oder die Westdeutschen Meisterschaften.

Durch seine Tätigkeit als Jugendwart des Kreises Wesel (ab 1997) wurde der TTV nicht mehr mit dem Pokal für die beste Jugendarbeit ausgezeichnet, da Stefan Scholten sich diesen Titel für die eigenen Erfolge nicht selber verleihen wollte. Indiz der guten Arbeit über Jahre hinweg ist aber neben den über 40 Pokalsiegen die Auszeichnung als bester Verein bei den Kreismeisterschaften. Dieser Titel ging seit 1993 zwölfmal in Serie an den TTV. überrascht, aber riesig erfreut war der Jugendwart des TTV auf der Bezirksversammlung 2004, als er nach genau zehn Jahren zum zweiten Mal den Kaiserberg-Pokal für die beste Nachwuchsarbeit des Bezirkes Ruhr überreicht bekam.

Auch die abgelaufene Spielzeit 2004/2005 war von vielen Erfolgen im Jugendbereich geprägt. An erster Stelle muss der Aufstieg der 1. Jungenmannschaft in die Verbandsliga gennant werden. Mit den B-Schülern wurde der TTV zweiter bei der Endrunde des Pokalwettbewerbes auf Westdeutscher Ebene. Im Ruhrpokal sicherten sich die Mädchen und die Schüler den Titel. Desweiteren schafften auch die zweite Jungen (Bezirksklasse) und die dritte Jungen (Kreisliga) den Sprung in die höhere Klasse. Zu guter letzt erreichte Carsten Franken die Endrunde der B-Schüler auf westdeutscher Ebene.

So zeigt sich wie schon zuvor genannt, dass beim TTV die Luft noch lange nicht raus ist!

Zu guter Letzt weisen wir noch darauf hin, dass die engagierte Arbeit sicherlich auch dadurch möglich war, dass der TTV sich im Sportkreis Wesel sehr gut aufgehoben fühlte. So haben auch Mitglieder aus den eigenen Reihen wie Hermann Kapelle, Helmut Joosten, Hans-Bernd Rücker, Norbert Heidemann und bis zum Schluss Stefan Scholten die Kreisvorstandsarbeit mit geprägt.

Wir hoffen, und sind ganz zuversichtlich, dass der TTV Rees-Groin auch in dem neuen Kreis bzw. Bezirk seinen Platz finden wird.

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