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Christian Mai beim Triathlon- Erlebnisbericht!


Moin Mädels.
Viele von euch haben mitbekommen, dass gestern mein erster Triathlon war (baden, fitzen, hüpfen). Und viele haben mich darauf angesprochen, doch bitte wieder einen Ergebnisdienst zu schreiben; nach der Erfahrung von gestern, habe ich mich aber für einen Erlebnisdienst entschieden.
Meine Vorbereitung war wie meistens nach Churchill´s Vorbild: "No Sports."
Schwimmen mache ich regelmäßig; einmal im Jahr fürs Sportabzeichen.
Mit dem Fahrrad fahre ich immer einkaufen. Da ich mich kurzfristig für meine Klapp-Fitz entschieden habe, bin ich Dienstag mit dem Ding zum Anfängerkurs gefahren. So ´ne lange Strecke kannte die Fitz ja noch nicht.
Laufen kann ich.-> Was soll noch schiefgehen? Ziel unter 1:30h wäre möglich; aber mit der Klapp-Fitz ...scheiß egal.
Freitag bin ich von der Arbeit quasi direkt in die Kirche zu einer Hochzeit, anschließend bei Tepferdt den Kohlehydratspeicher und den Flüssigkeitshaushalt verwalten. Samstag früh raus, einkaufen für die Woche und für Moritz Kindergeburtstag. Mit dieser Meute dann Kuchen essen, zum Bowlen fahren, dann Pommes essen. Glücklicherweise hat Regina mich abends rechtzeitig entlassen, so dass ich noch in die Sauna gehen konnte. Da gab´s anschließend zum Essen natürlich auch was zu trinken.
Sonntag wieder hellwach, raus aus den Federn und Willi abholen; der musste mich mal ans Händchen nehmen und rechtzeitig ins Wasser schubsen.
In Bocholt waren wir mit unseren Fahrrädern und Gepäck auf dem Weg zum Check-In; da sahen uns eine Mutter und ihr Kind. Das Kind zeigt auf meine Fitz und sagt: " Boah Mama, stell dir mal vor, da würde einer mit so ´nem Fahrrad mitmachen." Nachdem ich den Jungen erwürgt habe, sind wir dann weiter.
In der Wechselzone (für Nicht-Insider: das ist so quasi der "Athletenbereich") waren dann u.a. auch die Streckenfotografen unterwegs, die halt Fotos von der Veranstaltung und dem Umfeld machten. Ich war der einzige der persönlich angesprochen wurde; die junge Fotografin kam speziell zu mir und sagte: ...."Geh mal eine Stück zur Seite, ich möchte dein Fahrrad knipsen". Ich habe ihr angeboten, mich auch mal draufzusetzten, ´ne Runde zu fahren oder sonst wie für sie zu posen. Aber sie meinte, das wär nicht nötig; ich könnte die Fitz aber mal anders stellen, damit sie es auch von vorne fotografieren kann.....die doofe Kuh!
Dann hat mir Willi erklärt, wie da alles abläuft; wo der Schwimmstart ist, wo die Radstrecke lang geht, wo ich nachher herlaufen muss, worauf ich beim Wechsel achten muss u.s.w.; und kurz drauf war ich schon im Wasser: 200 Meter baden.
So im offenen Meer bin ich natürlich überhaupt nicht gewohnt; ich habe mich einfach zurückgehalten, damit mir keiner die Brille vom Kopf tritt. Ab und zu habe ich zwar mal ´nen Eimer Wasser geschluckt, aber insgesamt bin ich ganz ordentlich durchgekommen.
Dann abtrocken, anziehen, fönen und rauf auf´s Fahrrad; aber da kommt schon der Streckenposten: in der Wechselzone muss man schieben. Er sah mir (oder dem Rad) aber wohl an, dass ich mir dadurch keinen Vorteil verschaffen wollte, weil ich zu Fuß womöglich schneller gewesen wäre. Ich wurde nicht disqualifiziert. Dann auf B67n bei stürmischem Gegenwind. Ich trampel wie beklop..  wild und komme kaum vorwärts. Dann ein Wendepunkt und Rückenwind; ich gehe ab wie Schmitz Katze, trete in die Pedale wie so ein Trommel-Häschen mit frischen Duracell-Batterien; 35 km/h in der Spitze. Da ruft einer vom Straßenrand: "Jetzt fehlen dir ein paar Gänge, was?." Wie Recht der hat. Viele auf der Gegengeraden, die mich sehen, lächeln mir zu oder machen anerkennende Handbewegungen (also Daumen hoch oder so; nicht den Mittelfinger). Einige, die mich überholen (ich wurde eigentlich nur überholt) sprechen mich an: "hast du ´ne Wette verloren?"; "machst du mit dem Ding auch die 90 km?" oder auch einfach nur "Respekt !". Ab dem nächsten Wendepunkt wieder Gegenwind; ich trample deutlich langsamer und deutlich schwerer. Wenn ich unter 1:30 h bleiben will, muss ich 21 bis 22 km/h im Durchschnitt schaffen. Dann fällt mir ein lila Trikot in der Ferne auf; ich hatte es schon vorher gesehen. Aber weil ich den Eindruck hatte, dass ich näher dran komme, habe ich es für einen Streckenposten gehalten. Nein es ist ein Mitstreiter, kurz darauf sehe ich, eine Mitstreiterin. Egal, da muss die durch, einen will ich überholen. Die hatte aber wohl auch ein falsches Fahrrad. Ein Mountainbike, Treckingrad oder so was; ich kenne die Kategorien nicht. Ich bin fast durch; da ruft einer: "absteigen". Jetzt wo ich gerade in Schwung bin? Ach ja, in der Wechselzone muss man ja wieder schieben.
Ich stelle die Fitz ab, will laufen, da höre ich eine bekannte Stimme. Es ist Dagmar; ich winke, aber sie ruft weiter: "Christian, Helm ab!!!" Jau, ich zurück, Helm wegschmeißen, Dagmar drücken und wieder weg   ...   wohin eigentlich, rechts oder links rum? Ein Streckenposten ruft: "Hier lang." Alles klar, rechts rum und ab. Wieder ruft einer: "Die Start-Nr. nach vorne." Ja klar. Dafür hat mir Veit  extra sein Start-Nrn.-Band geliehen (Nr. auffe Fitz nach hinten, beim Laufen nach vorne). Jetzt hätte ich laufen können, die Zeit ist gut; ... nur meine Beine nicht. Wenn du 20 km den bekloppten Trommel-Hasen auffe Klapp-Fitz gemacht hast, brennen dir die Oberschenkel; ich kann nur noch eiern. Es fühlt sich an, als wenn die Muskeln gleich verkrampfen oder reißen. Also erst mal vorsichtig; nach einem km merke ich zumindest, dass es geht, auch wenn dieses Gefühl noch nicht weg ist. Es sind ja nur 5 km. Irgendwann kommt das Ziel; 2 Uhren sind da, aber keine für die Volksdistanz. Ich will die Zeit stoppen;  ... scheiße, ich hab ja meine Stopuhr vergessen. Aber es ist kurz vor 12; da halb 11 der Start war, muss ich unter 1:30 h sein (es waren sogar nur 1:25 h und ich war nicht Letzter). Das war einer der härtesten Wettkämpfe, die ich je gemacht habe.
Im Zielbereich wartete Willi; da dann ein Wolkenbruch kam, haben wir uns erst mal schön untergestellt. Nach ´ner Weile rumstehen, wollten wir zu unseren Sachen; aber wie denn ohne Beine. Mein Laufstil muss ´ne Show für sich gewesen sein; Willi hatte jedenfalls Spaß. Dann wollte ich an meine Tasche, aber ich brauchte gefühlte 2 Minuten bis ich runter in der Hocke war. Die Leute guckten schon und machten sich lustig; Willi hat mich dann verteidigt: "Der läuft sonst nur Marathon und ist das radfahren nicht gewohnt." Ich denke, dass hat ihm keiner geglaubt.
Nachher gings dann wieder. Beim Verlassen der Wechselzone wird kontrolliert, ob man auch wirklich das eigene Fahrrad mit rausnimmt. Bei mir hat´s gepasst, aber der Kontrolleur hat auch eingesehen, als ich sagte, dass wenn ich ein Rad klaue, bestimmt nicht das genommen hätte.
Ab ins Auto auf den Heimweg. Gitti hatte extra Nussecken für mich gebacken; ...  Willi durfte aber auch welche nehmen.
Ich denke, dass wird mein einziger Triathlon bleiben. Ich habe mich zwar angestrengt, aber es war letztendlich ein Spaß. Das darf man einmal machen. Diese Sportart verlangt auch auf der Volksdistanz schon Vielseitigkeit und etwas Professionalität. Mein Respekt vor denen, die das regelmäßig und auf den längeren Distanzen machen, ist deutlich größer geworden.
Aber man soll auch nie nie sagen. Wer weiß; wenn die Veranstalter mich nächstes Jahr als Werbegag oder Publikumsmagnet haben wollen  ;-)
Hier sind Beweise:

 

 


Bis die Tage
Christian

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