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Meine erste Mannschaftsfahrt oder Sch... egal, Leiwen ist nur einmal im Jahr


Während der Hinserie kam in der 4. Herrenmannschaft der Gedanke auf, zum Saisonabschluss statt einen Samstagsabend gemeinsam zu verbringen, mal ein Wochenende lang auf Mannschaftsfahrt zu gehen. Da ich erst seit 1977 im TTV aktiv bin, wäre das meine erste Mannschaftsfahrt gewesen. Doch dann schaffte ich zur Rückserie aufgrund nachhaltiger sportlicher Leistungen den Sprung in die 5. Mannschaft; außerdem war der zunächst angepeilte Termin Mai/Juni 2013 für mich kaum machbar. Dann hätte ich mal ein freies Wochenende, und wäre wieder nicht zu Hause. Doch meine Mannschaftskollegen überredeten mich, doch zumindest vorsorglich weiter in die Mannschaftskasse einzuzahlen.

Als es dann das dritte Juliwochenende wurde, konnte ich mir, als ich wieder gefragt wurde, schon eher vorstellen, dabei zu sein. Doch ich musste Regina noch überzeugen. Andre ist nicht nur im Verein eine Respektsperson, einer, auf den man hört und dessen Meinung auch außerhalb des Sports gefragt ist; auch Regina hält große Stücke auf ihn. Bei einem meiner sehr regelmäßigen Trainingsabende fragte Andre, der die Fahrt organisierte, wieder, ob ich denn dabei bin. Spontan sagte ich einfach, dass er besser Regina fragen solle; morgen Nachmittag könne er sie zu Hause erreichen. Als ich wieder von der Platte kam, sagte er, ich kann mitfahren; er hat sie direkt vom Handy aus angerufen, und sie hat zugesagt (Andre, wenn ich dich noch mal brauche, melde ich mich).

Eurostrand Leiwen sei das Ziel, wir hätten dort einen Bungalow; mir war klar, es ging nach Holland an die Nordsee in einen Centerpark o.ä. Nein das sei ein „Freizeitpark“ hinter Koblenz, sagte man mir. Alles inklusive, insbesondere Getränke; ich bräuchte weder Handtücher noch Bettwäsche mitnehmen. … In weiser Voraussicht habe ich trotzdem mal ein Handtuch eingesteckt.

Am Freitag, 19. Juli, treffen wir uns zunächst im Roadhaus in Hamminkeln, um eine Kleinigkeit zu frühstücken. Mit sieben Mann ist der Stamm der Mannschaft inkl. mir komplett; alle sind soweit fit, auch wenn Felix gesundheitlich nicht ganz bei 100% ist. Dimitrij hatte mir mal erzählt, welchen russischen Wodka er für den besten hält; den hatte ich besorgt, damit wir auch eine vernünftige Grundlage haben. Interessant war beim Frühstück die Mischung auf Lucas Teller; neben gekochten Eiern hatte er sich noch mit Spiegelei und Rührei versorgt. Was mag dieses Wochenende noch bringen?

Dann ging’s ab nach Leiwen. Eine kleine grüne Kiste im Auto unseres Kapitäns Andreas wurde in einem Raiffeisenmarkt kurz vor dem Ziel vorsichtshalber nochmal aufgefrischt. Nachdem wir unsere Hütte bezogen hatten, ging es bei über 30°C in die Mitte des Bungalowparks, dort gab es ab 15 Uhr Bier, Wein, Sekt, Spirituosen als Mischgetränk oder pur; alles was man so braucht. Die Musik macht sofort volle Pulle, einige der Gäste auch; manche beim Trinken, andere beim Baggern. Wegen der Sonne holte ich meine alte Sonnenbrille (mit Sehstärke) raus, die für solche Fälle in meinem Kulturtäschchen liegt. Doch nach kurzer Zeit weist Dennis mich am Bierstand dezent aber bestimmt darauf hin, dass mein Schätzchen optisch nicht mehr aktuell ist, und ich sie besser absetzen solle. Nun konnte ich natürlich den Schatten des Bierstandes nicht mehr verlassen; doch meine Mannschaft zeigte sich solidarisch und ließ mich dort nicht allein.

Wir präsentierten uns natürlich in einheitlicher Spielkleidung. „Die 9 muss stehen“ war unser Mannschaftsmotto, weil nicht in erster Linie die Leistung des Einzelnen zählt, sondern zunächst nur der Erfolg der Mannschaft. Und deshalb stand „Die 9 muss stehen“ auf unseren T-Shirts; manche hielten uns deshalb für einen Kegelclub. Vorne waren Pseudonyme für jeden aufgedruckt. Aufgrund seiner bemerkenswerten Beinarbeit war Andre der „Laufgott“, Andreas der „Finch“. Als Rätsel lasse ich mal offen, wer „Kalaschnikow“, der „Ladykiller“, „Mr. Noppe“ und „Juni“ waren. Nur auf Moglis T-Shirt stand sein richtiger Name; also Mogli.

Da Mogli schnell von Bier auf Wodka/Energy umschwenkt, haben wir natürlich ein besonderes Auge auf unseren Jungerwachsenen. Aber es blieb zunächst OK. Bis Mitternacht spielt die Musik draußen; sie ist zeitweise WDR4-lastig, aber ich beweise ja auch beim Tischtennis immer eine besondere Leidensfähigkeit. Erst spät bemerke ich, dass auch drinnen die Post abgeht. In einem Saal spielt eine Live-Band; und keine schlechte. In einem anderen Saal ist Disco; dort gibt es modernere Musik, aber auch welche aus den Zeiten, als ich so alt war wie Lucas oder Felix. Um drei Uhr hört die Musik planmäßig auf, und die letzten Getränke können geordert werden. Mit Andre bleibe ich noch bisschen da, bevor wir zu unserer Hütte gehen. Aber wo sind eigentlich unsere Mannschaftkollegen?

Mit den Bewohnern des Nachbarbungalows trinken wir noch ein Bier. Gegen halb fünf verziehen wir uns. Andre geht ins Bett, und ich checke erst mal die Lage. Felix und Lucas liegen im Bett. Die anderen sind noch flüchtig. Ich lege mich hin, da kommt Dimitrij. Dennis und Andreas hat er auch nicht gesehen, und dann wird er redselig. Er diskutiert mit mir in einem weitgehenden Monolog allgemein über das Leben an sich und die Bewusstseinsfindung im Besonderen. Das Thema war sehr interessant, aber ich war hundemüde. Zum Glück erwischt es ihn auch irgendwann; gegen halb sechs machen wir das Licht aus. Ich höre noch nach den beiden Fehlenden, schlummere aber irgendwann ein. Um 7 Uhr steht Dennis plötzlich im Zimmer. Ich frage ihn, ob auch Andreas mit ihm nach Hause gekommen ist und wo er denn noch gewesen sei. Er brabbelt auch irgendwas, ich verstehe wenig, aber einen Andreas kennt er wohl nicht; und dann fällt er ins Bett und ist weg. Wenn ich wüsste, wo man Andreas suchen könnte, würde ich das vielleicht tun; aber dann schlafe ich vor Erschöpfung ein.

Viertel vor acht höre ich Andreas Stimme, ich atme durch. Nach eigenen Angaben soll er sich bereits gegen 5 Uhr auf’s Sofa gelegt haben. Da hat ihn keiner gesucht, schön, dass er da ist. Und die Nacht ist endlich vorbei. Da jedes Zimmer sein eigenes Bad hat, klappt Duschen in relativ kurzer Zeit. Manch einer schafft es mit einem Konterbier in den neuen Tag; man braucht ja eine Grundlage für‘s Frühstück, zu dem sich alle 7 gemeinsam einfinden. Als wir soweit fertig sind fragt Andre die Bedienung, ob wir ein Bier haben können. „Erst ab 10 Uhr“, sagt die. Ich schaue auf die Uhr, es ist 9:59 Uhr; läuft.

Ab 10 Uhr ist die Dauerparty draußen tatsächlich schon wieder im Gange. Meine Ohren haben sich kaum von der Musik erholt, da geht es schon weiter. Man sieht noch bis Mittag Nachkömmlinge die es zum vom Frühstück zum Brunch übergegangenen Essen schaffen. Viele brauchten ihren Schönheitsschlaf, andere mussten sich wohl länger vom Schön-Trinken erholen. Die verpassen „Manni, den Rocker“, einen Kabarettisten, den in der Güte nicht zu erwarten war. Er hat wirklich gute Sprüche drauf; er lehrt uns z.B. gute Baggertechniken: „Ey Süße, ich habe einen neuen Wecker. Möchtest du morgen früh mal hören wie der klingelt?“ Wir sitzen unter einem Sonnenschirm als ein Musik-Quiz angekündigt wird. Und alle meinen, dass ich dafür geeignet sei. Ich sehe die Sache realistischer und wiegle ab. Schließlich hatte Lucas angedroht, beim Karaoke-Wettbewerb am Nachmittag mitzumachen; damit sei der TTV doch ausreichend vertreten. Als sich bei der Kandidatensuche jedoch Zurückhaltung breit macht, zeigen sechs TTV-Finger auf mich und schon stehe ich auf der Bühne. Musik aus Film und Fernsehen sei das Thema. Manches weiß ich, anderes höre ich auf Zuruf des Publikums, ein Punkt wird mir geklaut, manchmal bin ich zu langsam und schließlich kommt es zur entscheidenden Frage. Doch diese Musik habe ich noch nie gehört, da ruft meine Mannschaft „BAYWATCH“. Ich bin schneller als meine Gegenspielerin und gewinne eine Literflasche Baileys. Der TTV tobt, und alle versichern mir, dass sie das Lied kannten, weil sie David Hasselhoff-Fan’s sind.

Danach gehen wir essen. Auch die Verpflegung ist reichhaltig. Beim Essen fällt mir wiederholt ein Gast auf, der vermutlich auf die 200 kg zusteuert und es nur auf Krücken schafft, sich schwerfällig vorwärts zu bewegen. Nur mit zwei Krücken kann man den Teller nicht in den Händen halten. Also lässt er zum Essen seine Krücken am Tisch und schwebt plötzlich fast wie eine Elfe zum Buffet; vermutlich erhält er Berufsunfähigkeitsrente. Nach dem Essen gehen wir zur Bowlingbahn, der eine oder andere von uns, holt nochmal ein paar Minuten Schlaf nach, später spielen Dimitrij, Dennis und Lucas Tennis und gehen noch schwimmen. Ausgerechnet Lucas, der doch beim Karaoke mitmachen wollte.

Dann geht auch hierzu die Kandidatensuche los und Lucas ist immer noch weg. Der Rest-TTV sitzt mit ein paar Wegbeleiterinnen unter’m Sonnenschirm und alle verlangen, dass ich einspringen soll. Ich wiegle wieder ab, bin aber in der Minderheit. Auch die Veranstalter drängen mich, damit sie überhaupt ein paar Meldungen haben. Mein Verein erhöht den Druck auf mich, nochmal die Rampensau zu geben. Für die Pumpenkirmes habe ich ja mal den Elvis gemacht, also lasse ich mich breit schlagen. Wie geht der Text nochmal; in der Sonne kann man ihn möglicherweise auf dem Bildschirm schlecht sehen. Also flirte ich mit der Dame an der Rezeption, die googlet den Text und druckt ihn mir aus. Ich versuche etwas zu üben, bin noch nervöser als beim Tischtennis und schon stehe ich wieder auf der Bühne. Ich schmettere „Blue suede shoes“, die Menge einschließlich der vorhandenen TTV-ler tobt, ich habe - ganz anders als in der letzten TT-Saison - schon wieder gewonnen. Auf den Tisch neben der Musik stehen die Preise für die Programmpunkte des Wochenendes; den Baileys hatte ich ja schon, jetzt waren da noch u.a. ´ne Flasche Feigling und ein Karton mit dem Barcadi-Logo. Und welchen Preis bekomme ich: einen großen weißen Stofftiger. Na super, mit etwas Übung und einem weiteren Partner könnte ich jetzt noch einen auf Siegfried und Roy machen. Unter unserem Sonnenschirm stelle ich fest, dass mein Tiger haart; vermutlich verliert er sein Sommerfell.

Zum Essen sind wir wieder komplett; auch die Elfe schwebt wieder. Anschließend erneut zur Dauerparty; ich weiß ja jetzt, dass um 3 Uhr Schluss ist, das schaffe ich schon. Der Abend läuft bei unverändertem Getränkeangebot; heute sind auch „Tagesgäste“ aus der Umgebung da. Eine davon sieht aus wie Horst Hrubesch nach der Geschlechtsumwandlung (Anmerkung: Horst Hrubesch, genannt das Kopfballungeheuer, war zweifacher Torschütze zum Endspielsieg bei der Fußball-Europameisterschaft 1980). Wir machen einige umfangreiche Milieu- und Sozialstudien; da keiner mitgeschrieben hat, werden sie leider nicht wissenschaftlich verwertet werden können.

Irgendwann kommt auch im Außenbereich gute Musik, so dass man mich auf die Tanzfläche zum Zappeln zwingt. Dort treffe ich Dennis und Lucas, die bereits den Eindruck machten, das Getränkeangebot reichlich angenommen zu haben. Doch sie waren offensichtlich freudig überrascht, mich dort zu sehen. Lucas umarmt mich, Dennis gibt mir sogar einen Kuss auf die Wange. Viele sprechen mich mit Elvis an, aber leider wurden meine Autogrammkarten nicht rechtzeitig fertig. Die Mannschaft ist ziemlich lange vollständig vertreten. Bis auf Andre kenne ich sie schon ziemlich lange. Ich erinnere mich daran, wie Andreas Mutter damals mit dem Tischtennis aufgehört hat, als sie mit ihm schwanger wurde; und daran, wie er später anfing. Ihn, Dimitrij, Dennis und Felix habe ich als Jugendliche gefahren, und dann durfte ich sie bei ihren ersten Schritten in den Seniorenbereich begleiten. Und nun sind wir alle dabei, Lucas den Weg ins wirkliche Leben zu zeigen. Genüsslich betrachte ich meine Jungs beim Feiern. Lucas kommt nochmal zu mir, ich sehe ihn nicht ohne Stolz an, wir quaken was, dabei lege ich meine Hand auf seine Schulter und streiche nachher ihm über den Kopf. Eine Dame neben uns - ich schätze sie auf Mitte 50 - betrachtet das, ist offensichtlich gerührt und fragt Lucas, ob wir denn Vater und Sohn seien. Und Lucas grölt: „Das ist nicht mein Vater, das ist die geilste Sau, die ich kenne.“
Ich hoffe, zu vermuten, was er damit gemeint haben könnte. Jedoch befürchte ich, zu erahnen, welche Gedanken der besagten Dame nun durch den Kopf gingen.

Einige Zeit später geht auch dieser Abend so langsam zu Ende. Andre fragt, was eigentlich zuletzt mit Lucas los gewesen sei. Er habe plötzlich 10 Jägermeister bestellt, schien etwas überdreht und nun war er weg; mal abwarten. Heute wissen Andre und ich, vor welchem Bungalow unsere restlichen Mannschaftskameraden noch sitzen. Wir gesellen uns kurz dazu, gehen bzw. rollen aber schließlich weiter und sind kurz nach 4 Uhr grundsätzlich schlafbereit. Ich schaue bei Felix und Lucas rein; die pennen. Ich bin beruhigt und gehe in unser Bad. Wir hatten neue Handtücher bekommen; sechs Stück, zwei für jeden in unserem 3-Bettzimmer. Das erste, was ich sehe sind gebrauchte Handtücher auf den dafür angebrachten Haken bzw. der Ablage, unterm Waschbecken, neben der Dusche unterm Klo. Ich zähle bis 5, eins muss noch für mich da sein. Da ist es; es hängt gebraucht über dem Duschkopf. Für eine Kurzwäsche und zum Zähneputzen reicht auch mein T-Shirt. Aber für eine Dusche nach dem Aufstehen war es dann doch gut, dass ich ein Handtuch eingepackt hatte.

Im Zimmer sehe ich, dass auf Dennis Bett seine Tasche und darauf ihr nahezu gesamter Inhalt zusammengeknüllt auf einem Haufen liegen. Das ist mir nun egal, ich lege mich hin. Ich bin kaum im Bett, da kommt Dimitrij erneut als Erster nach Hause. Im hell erleuchteten Raum checkt er erst mal SMS und Emails; 24 neue Nachrichten. „Muss ich auf dem Transfermarkt begehrt sein“, sagt er. Ich frage, wie viele Handtücher Dennis und er eigentlich gebraucht haben. Er fängt mit den Fingern an zu zählen und sagt schließlich: „Alle.“ Zum Glück steht heute nur eine kurze Grundsatzdiskussion über Beziehungsprobleme an. Ich schlafe beinah, da höre ich Schritte und unsere Tür; ich dachte es ist Dennis. Doch plötzlich schallt Lucas Stimme in einer Höllenlautstärke durch das ganze Haus: „Schalalala …“. Ich schrecke auf, brauche ein bisschen, um mich zu orientieren. Das Gejaule und ein Potpourri schlecht gegrölter Trinksprüche kommen aus unserem Badezimmer. Da kommt auch Felix herein. Er versucht Mogli wieder einzufangen; das hat er heute Nacht wohl schon ein paarmal gemacht. Weil er nicht ganz fit war, war etwas früher im Bett. Doch irgendwann haben Dimitrij und ein Bungalownachbar Lucas zu ihm geschleppt und gesagt: „Jetzt ist er dein Problem.“ Der genaue Tathergang ließ sich leider nicht mehr ermitteln.

Bis jetzt hatte Felix unseren Mogli immer wieder ruhig bekommen, aber jetzt hatten wir tatsächlich ein Problem. Schließlich geht Lucas zu Dennis Bett, schmeißt dessen Klamotten durch das ganze Zimmer, dann seine Klamotten, die er noch anhatte, hinterher. Ich rette zumindest die Dennis‘ Tasche während sich Lucas in Dennis Bett legt und einschläft. Wir versuchen zu zweit, ihn da wieder raus zu bekommen; nix zu machen. Immerhin genießen wir jetzt die Ruhe. Ich gehe mit Felix in deren Zimmer und verstehe so langsam warum Lucas da raus wollte. Er hat sich einen Teil seiner Getränkeauswahl nochmal durch den Kopf gehen lassen; die Brühe in seinem Bett sah überwiegend Jägermeister-Rot aus. Felix Bett hat auch was abbekommen; anschließend hat er sich nochmal im Waschbecken ergossen, weswegen unser Jägermogli natürlich ein neues Badezimmer brauchte.

Felix und ich ziehen die Betten ab, das Badezimmer hat Felix schon sauber gemacht. Er nimmt sich heute Nacht das Sofa und hofft, noch ein bisschen Ruhe zu finden. Ich sammle die umhergeflogenen Sachen von Dennis ein und lege mich wieder hin. Nur schlafen kann ich nicht, weil ich überlege, was ich Dennis sagen soll, wenn er kommt und vor Allen, wo er denn nun schlafen kann. Kurz vor 7 ist er dann da. Er schaut irritiert auf das Doppelbett, von dem ihm eine Hälfte eigentlich zusteht. Wieso liegen Dimitrij und Lucas dort nicht bis kaum bekleidet kuschelig nebeneinander? Ich versuche, ihm die Lage zu erklären: „Es ist nicht so, wie es aussieht.“ Aber ihm scheint gerade sowieso alles egal. Er geht wieder raus, ich höre nichts mehr und erneut besiegt mich die Erschöpfung. Um halb 8 werde ich wieder wach; weil ich mich frage, wo Dennis eigentlich abgeblieben ist und suche nach ihm. Ich finde ihn nebenan in Felix und Lucas abgezogenem Bett. Ihm schien ja eh alles egal zu sein, da ist er wohl einfach wieder ins Bett gefallen und hat sogar die Schuhe noch an. Ich schaue nach Felix, er ist wach und sieht so erholt aus, wie man sich unter diesen Umständen erholen kann. Auch im Zimmer von Andre und Andreas entdecke ich Leben. Wir reden ein bisschen über das Erlebte, über die drei Leichen, die noch oben liegen, duschen und gehen frühstücken. „Die 9 muss stehen Truppe“ meldet sich mit 4 Mann fast vollständig zum Essen.

Ab 10 Uhr gibt es ja glücklicherweise wieder Bier und Stimmungsmusik bis die Gehörgänge kollabieren. Irgendwann deutlich später lassen sich auch die drei Verschollenen blicken. Lucas geht es nicht wirklich gut. Gerade noch so voll ist sein Blick jetzt so leer. Er hat sich wohl gewundert, wie und wo er aufgewacht ist. Wir erzählen ein bisschen über das, was er nicht mehr mitbekommen hat. Bis 13 Uhr ist noch Hully-Gully. Dann räumen wir unseren Bungalow und machen uns auf den Heimweg. Ich rechne mal grob durch; in den beiden Nächten habe ich sicherlich jeweils zwei Stunden geschlafen, wenn auch nicht am Stück. Andre sagt mir, dass Schlaf völlig überbewertet wird. Außerdem hat der, der wenig schläft, die Möglichkeit, mehr zu erleben.

Die Mannschaftsfahrt war etwas anstrengend, aber ein echter Erfolg. Doch nun ist Papa Elvis müde.

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