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Andrea Köster bei PingPongParkinson-Weltmeisterschaft in Hannover

Eine Weltmeisterschaft, bei der mehr als Medaillen zählen

Vom 25. bis 30. September 2026 wurde Hannover zum Treffpunkt der internationalen PingPongParkinson-Gemeinschaft. Bei der 7. PingPongParkinson-Weltmeisterschaft gingen rund 800 Spielerinnen und Spieler aus 35 Nationen an den Start. Gespielt wurde in drei Hallen an insgesamt 90 Tischen. Rund 4.000 bis 4.500 Matches standen während der fünf Wettkampftage auf dem Programm. 

Mit dabei war auch Andrea Köster vom TTV Rees-Groin, die als Teil des Team Germany ihre bisher wohl größte internationale Tischtennis-Erfahrung sammeln durfte.

Die Weltmeisterschaft begann am Freitagabend mit einer großen Eröffnungsfeier in der Swiss Life Hall. Rund 1.000 Zuschauerinnen und Zuschauer waren dabei, als die Nationen einzogen und die Titelkämpfe offiziell eröffnet wurden. Am folgenden Tag startete der sportliche Wettbewerb.

Für Andrea war dabei schnell klar: Bei dieser Veranstaltung geht es um wesentlich mehr als um Siege und Platzierungen.

„Wir haben sehr viel Spaß gehabt, neue Leute kennengelernt und auch Bekannte wiedergesehen.“

Diese kurze Notiz bringt einen wichtigen Teil der besonderen Atmosphäre bei PingPongParkinson auf den Punkt. Menschen aus 35 Ländern kamen in Hannover zusammen – mit unterschiedlichen sportlichen Voraussetzungen, aber mit einer Gemeinsamkeit: Sie alle leben mit Parkinson und zeigen, dass die Erkrankung nicht das Ende sportlicher Aktivität bedeuten muss.

Tischtennis verbindet

Andrea Köster ist beim TTV Rees-Groin bereits seit mehreren Jahren im PingPongParkinson-Bereich aktiv. Der Verein ist seit 2022 offizieller PingPongParkinson-Stützpunkt. Schon bei ihren ersten internationalen Turnieren erlebte Andrea, wie schnell durch den gemeinsamen Sport Kontakte entstehen. Bei den German Open 2023 beschrieb sie die Atmosphäre als beeindruckend und emotional überwältigend. Besonders fasziniert habe sie damals, wie Menschen mit teilweise starken Bewegungseinschränkungen am Tisch plötzlich den Schläger völlig unter Kontrolle hatten. (ttv-rees-groin.de)

Diese Erfahrung setzte sich nun in Hannover fort.

Neben dem sportlichen Wettkampf standen Begegnungen, Gespräche und das Wiedersehen mit Freunden aus der PingPongParkinson-Gemeinschaft im Mittelpunkt. „Neue Leute kennengelernt und Bekannte wiedergesehen“ – für Andrea war genau das ein wesentlicher Teil des WM-Erlebnisses.

Ein riesiges Turnier mit beeindruckenden Zahlen

Die Dimensionen der Weltmeisterschaft waren enorm. Ursprünglich waren mehr als 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeldet. Tatsächlich gingen schließlich 757 Spielerinnen und Spieler aus 34 Ländern in mindestens einer der drei Wettbewerbsarten an den Start. Insgesamt sorgten 230 Volunteers dafür, dass die Veranstaltung an den drei Spielstätten reibungslos ablaufen konnte. (PingPongParkinsonships)

Gespielt wurde in drei Einschränkungsklassen jeweils im Einzel, Doppel und Mixed. Allein diese Zahlen verdeutlichen, welch organisatorische Herausforderung hinter der Veranstaltung stand. Auch die Eröffnungsfeier am 25. September war ein besonderer Moment. Vertreterinnen und Vertreter der teilnehmenden Nationen zogen mit ihren Fahnen in die Halle ein – ein eindrucksvolles Bild und zugleich ein Zeichen dafür, wie international die PingPongParkinson-Bewegung inzwischen geworden ist.

„Für mich ging es erst Sonntag los“

Für Andrea begann das eigentliche Turniergeschehen erst am Sonntag. Damit war der erste Eindruck der großen Veranstaltung bereits gewonnen, bevor sie selbst ins Wettkampfgeschehen eingriff. Und auch wenn es am Ende nicht für eine Medaille reichte, fällt Andreas persönliches Fazit keineswegs enttäuscht aus. Im Gegenteil: Die Weltmeisterschaft war für sie ein Erlebnis, bei dem sportliche Ergebnisse nur einen Teil des Erfolgs ausmachen.

Denn genau das ist ein Gedanke, der sich wie ein roter Faden durch ihre Notizen zieht: Erfolg bedeutet bei PingPongParkinson nicht ausschließlich, auf dem Siegertreppchen zu stehen. Es geht darum, sich der Herausforderung zu stellen, mit anderen Sportlerinnen und Sportlern zu messen, gemeinsam Spaß zu haben und trotz aller Einschränkungen aktiv zu bleiben.

Team Germany und eine besondere Gemeinschaft

Andrea durfte in Hannover zudem die besondere Atmosphäre innerhalb des deutschen Teams erleben. Deutschland stellte rund zwei Drittel des Teilnehmerfeldes und war damit die mit Abstand größte Delegation. Gleichzeitig sorgten die internationalen Gäste dafür, dass die Weltmeisterschaft ihren echten internationalen Charakter behielt. Die deutschen Spielerinnen und Spieler waren auch sportlich erfolgreich: Insgesamt gingen 15 Weltmeistertitel nach Deutschland. Erfolgreichste Teilnehmerin war Petra Heidemann, die in allen drei Wettbewerben ihrer Klasse den Titel gewann. (TTVN)

Für Andrea selbst stand allerdings etwas anderes im Vordergrund: dabei sein, Erfahrungen sammeln, Menschen treffen und die gemeinsame Zeit genießen.

Oder, wie es in ihren Notizen sinngemäß heißt: Nicht unbedingt erfolgreich im Sinne von Medaillen – aber glücklich über das Erlebte.

Ein Erlebnis, das bleibt

Die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft ist für jeden Sportler etwas Besonderes. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von PingPongParkinson bekommt dieses Erlebnis jedoch noch eine zusätzliche Bedeutung.

Hier geht es nicht nur um Punkte, Sätze und Siege. Es geht um Mut, Bewegung, Gemeinschaft und Lebensfreude. Genau diese Mischung machte auch die Weltmeisterschaft in Hannover zu einem außergewöhnlichen Ereignis.

Für uns als TTV Rees-Groin ist die Teilnahme von Andrea Köster deshalb etwas, auf das der gesamte Verein stolz sein kann. Andrea hat den TTV und den PingPongParkinson-Stützpunkt Rees auf einer internationalen Bühne vertreten und dabei einmal mehr gezeigt, wofür unser Sport stehen kann: gemeinsam aktiv sein, Grenzen überwinden und Freude am Tischtennis haben.

Und so bleibt nach sechs Tagen Weltmeisterschaft vor allem ein positives Fazit: Keine Medaille – aber jede Menge besondere Momente, neue Bekanntschaften, Wiedersehen mit Freunden und viele Erinnerungen, die bleiben.





Kurzinfo zur WM 2026

  • 25.–30. September 2026: 7. PingPongParkinson-Weltmeisterschaft in Hannover

  • ca. 800 Aktive aus rund 35 Nationen

  • 90 Tischtennistische in drei Hallen

  • rund 4.000–4.500 Spiele

  • 230 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer

  • Wettbewerbe in Einzel, Doppel und Mixed


Ausblick: Die 8. PingPongParkinson-Weltmeisterschaft 2027 findet vom 12. bis 17. Oktober 2027 im Nationalen Sportzentrum in Magglingen (Schweiz) statt.